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Informationsabend zum Thema Asylbewerber

Verstehen, helfen, lernen


Gut besuchte Informationsveranstaltung zu Asylbewerber – 12 Syrer und 1 Pakistani stellen sich vor – Helferkreis leistet wertvolle ehrenamtliche Tätigkeit – Landrat Josef Laumer dankt für das Engagement – Informationen über Asyl-Thematik – Wertvolle Informationen aus anderen Gemeinden

Mit einem so überwältigenden Echo auf die Einladung von erstem Bürgermeister Johann Sykora hatte dieser selbst am wenigsten geglaubt. Mehr als 70 Teilnehmer an dem Informationsabend über Asylbewerber drängten sich in den Nebenräumen der Gastwirtschaft Gunda Häuslbetz, um aus erster Hand Wissenswertes zu einem landesweit aktuellen Thema zu erhalten.

Vertreter der beiden kirchlichen Gemeinschaften waren ebenso vertreten wie Mitarbeiter des Landratsamts und des Freiwilligenzentrums in Straubing sowie Personen, die bereits Erfahrung mit Asylbewerbern gesammelt haben und Interessierte, die solche Erfahrungen in ihre Planungen einbauen wollen. Das Anliegen von Hans Sykora mit seinem Gemeinderat war, die neuen Mitmenschen zu integrieren und den Gemeindebürgern die Bedenken gegen die Fremden und das Unbekannte zu nehmen. Im Rahmen der Begrüßung stellten sich die 13 Asylbewerber, die seit Weihnachten in einer privaten Unterkunft in der Gemeinde untergebracht sind, zunächst selbst vor. Sie haben alle einen erlernten Beruf und leben ohne ihre zurückgelassenen Frauen und Kinder nun in Haselbach.

Landrat Josef Laumer erklärte das erfreulich hohe Interesse an der Veranstaltung mit der natürlichen Neugier von Menschen in einer gewachsenen Gemeinschaft: „Wer ist der Neue?“ und „Muss geholfen werden?“. Allein schon unsere christliche Nächstenliebe verpflichtet uns, die Not von weltweit 57 Millionen Flüchtlingen nicht zu ignorieren. Die bisher praktizierte Unterbringung in 14 Gemeinden des
Landkreises Straubing-Bogen hat durchwegs positive Erfahrungen erbracht. „Ich danke allen Organisationen und ehrenamtlichen Helfern für die hervorragende persönliche Leistung im Umgang mit Asylbewerbern in Not“, so Josef Laumer.

Der Chef des Ausländeramts im Landratsamt Ludwig Baumann stellte dann den Anwesenden die gesetzlichen Vorschriften im Zusammenhang mit den Asylbewerbern vor. Sie reichten von der Erfassung durch das Bundesamt für Migration in Zirndorf über die Zuweisungsraten für die Bezirke und Landkreise bis hin zur Erteilung der Aufenthaltserlaubnis. Derzeit seien im Landkreis 412 Personen in drei staatlichen und 16 Unterkünften des Landkreises untergebracht. Einen wichtigen Teil nahmen die Betreuungsfragen ein. „Eine Rundumversorgung sei mit dem vorhandenen Personal leider nicht darstellbar und eine dezentrale Auszahlung von Geldern an die Asylbewerber werde derzeit geprüft“ so Ludwig Baumann. Erfreulich sei, dass bereits drei der Haselbacher Asylbewerber bereits anerkannt sind und mit der baldigen Aushändigung ihres Flüchtlingsausweises die Möglichkeit haben, eine Privatunterkunft zu beziehen und Arbeit anzunehmen.

Bürgermeister Fritz Fuchs aus Konzell stellte die Erfahrungen mit den Asylbewerbern aus afrikanischen Ländern in seiner Gemeinde vor. Sie wohnen größtenteils als Familie zusammen. Der Helferkreis unter der Leitung von Rosi Deser habe sich bewährt. Diese stellte dann kurz ihre Arbeit vor. Unterkunft, Essen und Geld sei nur die eine Seite der Medaille. Es müsse dringend etwas gegen die Langeweile und das nutzlose Herumsitzen unternommen werden. „Hier leisten Sportvereine wertvolle Integrationsarbeit und tragen zum Erfolg in kleinen Schritten bei“, so Rosi Deser. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Mitterfels Heinrich Stenzel trug den Stand der Verhandlungen mit dem ehemaligen Ferienzentrum Mondial vor. Hier könnten etwa 80 Unterkunftsplätze entstehen. Für einen Helferkreis sind bereits 30 Meldungen eingegangen.

Erster Bürgermeister Johann Sykora stellte dann den Helferkreis Haselbach vor. Unter der Regie von Kirstin Zellner aus Haselbach und Hilde Weber von Freiwilligenzentrum Straubing findet bereits seit Januar ein Sprachkurs statt, den Dr. Georg Graf aus Haselbach gibt. Weitere 11 Helfer aus der Gemeinde engagieren sich in Fahrdiensten, Einkaufshilfen und Ausfüllen von Formularen. Am Fußballspielen haben einige Aslybewerber auch schon Interesse gezeigt. Als besonders erfreulich stellte sich im Verlauf des Abends heraus, dass ein Syrer bereits die Aussicht auf eine Anstellung in einem örtlichen metallverarbeitenden Betrieb bekommen hat. Der Helferkreis tritt wieder am Donnerstag, den 12. März im Vereinsheim/Schule zusammen. Weitere Helfer sind dabei herzlich willkommen, denn es sind weiter Aktivitäten wie Spielenachmittage und Ausflüge geplant.

In der Diskussion kamen auch Beiträge aus der Nachbarschaft der Asylbewerber-Unterkunft zur Sprache, die sich im Wesentlichen auf die Müllbeseitigung bezogen. Es wurde dabei schnell klar, dass hier Vorstellungen von zwei verschiedenen Kulturkreisen aufeinander stoßen, die auf beiden Seiten nur durch intensive Aufklärungsarbeit zu beseitigen sind. Am Ende der offiziellen Veranstaltung übergaben die Asylbewerber der Gemeinde Haselbach an Landrat Josef Laumer ein handgeschriebenes Dokument in deutscher Schrift mit ihrer Geschichte der Flucht und einem Dank an die Bundesrepublik Deutschland, der Regierung von Bayern und den Menschen im Landkreis Straubing-Bogen und Haselbach für die freundliche Aufnahme und die bisherige Unterstützung. Viele Gespräche im kleinen Kreis kennzeichneten das Fazit der Veranstaltung: „Den Anderen annehmen und verstehen, in Not helfen und unterstützen sowie aus Erfahrungen lernen und sie anwenden“.

 

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