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Wohngruppe feiert 25jähriges Bestehen

Seit 25 Jahren wird Inklusion gelebt


25 Jahrfeier der Wohngrupe St. Hildegard – Andacht, Maibaumaufstellen und Hausführungen – Tanzvorführung der Bewohner – Engagement örtlicher Vereine

Seit 25 Jahren besteht im mittlerweile erweiterten Alten Pfarrhof die Wohngruppe St. Hildegard für behinderte Erwachsene. Grund genug für eine Feier, bei der sowohl Ehrengäste als auch die Bewohner selbst die Gestaltung übernahmen. Der Festtag begann mit einer Andacht, in der die Gemeindereferentin Birgit Blatz die Geschichte und das Wirken von Hildegard von Bingen in den Mittelpunkt stellte.

Neben der musikalischen Umrahmung durch die örtliche Blaskapelle „De echtn Hoslbecka“ beteiligten sich sowohl Betreuungspersonal an der Lesung aus dem Buch der Weisheit und den Fürbitten unter dem Motto „Nimm dir Zeit für die guten Dinge des Lebens“ als auch die Bewohner selbst beim Entzünden von Lichtern auf dem Altar. Die Predigt von Birgit Blatz rankte sich um den Gedanken „Jedes Leben hat seinen eigenen Wert“.

Nach der Andacht übernahm Peter Weiß als Einrichtungsleiter der Katholischen Jugendfürsorge zusammen mit Karin Aumer als Bereichsleiterin die Begrüßung der Gäste. Trotz leichten Regens konnten neben den Ehrengästen zahlreiche Besucher aus benachbarten Einrichtungen und der Gemeinde aber auch viele Ehemalige der Haselbacher Einrichtung begrüßt werden. Die Bewohner freute es besonders, dass ihre Namen und die Aufenthaltsdauer im Alten Pfarrhof genannt wurden. Auf die Frage von Peter Weiß „Warum ist es in Haselbach so schön?“ stellten Karin Aumer und die Bewohner fest, dass es an der besonderen familiären Atmosphäre und der Integration in der Gemeinde liege. Dies werde schon allein dadurch sichtbar, dass Vereine wie der ESV, die Feuerwehr, der Frauenbund und der KLJB komplett die Versorgung der Anwesenden mit Mittagessen, Getränken und Kuchenbar und mit „De echtn Hoslbecka“ sowie der Girls-Band „Coloured Ostrich“, die ehemals Praktikantinnen in der Wohngruppe waren, die musikalische Unterhaltung der Feier übernommen hatten. Mit einem Rückblick auf die wesentlichen Aktivitäten und Ereignisse der vergangenen 25 Jahre der Wohngruppe und der Aufforderung von Elisabeth Klimmer als Sprecherin der Bewohner „Feiert mit uns mit“ folgten die Grußworte der Ehrengäste.

Erster Bürgermeister Johann Sykora freute sich, dass sich die Bewohner und Betreuerinnen in Haselbach so wohl fühlen. Das liegt einerseits an der guten Betreuung, den Angeboten zu arbeiten und an den Aktivitäten der Gemeinde teilzunehmen aber auch an internen Unternehmungen, wie Sport, Gestaltung der Zeitung „Hilde“, Ausflüge und Kinobesuche. „Jede Gesellschaft muss sich daran messen lassen, was sie tut, damit auch Menschen mit Behinderung ein entsprechendes, selbstbestimmtes Leben führen können“ so das Resümee von Hans Sykora, der abschließend der Heimleitung für die letzten 25 Jahre dankte und für die Zukunft alles Gute wünschte. Josef Zellmeier Mdl, der sich erstmals den Alten Pfarrhof von innen zeigen ließ, gratulierte der Haselbacher Einrichtung als Schrittmacher für die anderen gleíchartigen Wohngruppen im Landkreis. „Hier wird nicht nur von der Inklusion gesprochen, hier wird sie seit 25 Jahren gelebt“, so der Ehrengast. Johannes Magin, Abteilungsleiter der der Katholischen Jugendfürsorge in Regensburg beschloss mit ähnlichen Gedanken die Reihe der Grußworte. Die Ehrengäste wurden anschließend durch Peter Weiß durch die Räumlichkeiten der Wohngruppe geleitet. Im Rahmen des Tags der offenen Tür, hatten anschließend alle Teilnehmer die Möglichkeit, sich durch Bewohner die Unterbringung zeigen zu lassen.

Mittlerweile war durch Hausmeister Christian Rietsch alles hergerichtet, um den Maibaum der Wohngruppe St. Hildegard aufzustellen. Die starken Männer der Wohngemeinschaft hatten wenig Mühe, unter den Augen vieler Zuschauer, zu denen sich mittlerweile auch Landrat Josef Laumer gesellt hatte, „d´Stang“ im Innenhof des Alten Pfarrhofs aufzustellen. Anschließend kümmerte sich Zauberer Luigi um die anwesenden Kinder. Aus Luftballons entstanden Blumen, die nicht gegossen werden müssen und „Helme für Ritterkämpfe“. Ein weiteres Highlight im Programmablauf war eine Tanzvorführung der Bewohner. Unter der Choreographie von Liselotte Petschl präsentierte die Gruppe zunächst einstudierte Gruppenformationen. Nicht geplant entwickelte sich bei fetziger Musik ein Volkstanz, bei dem sich Gäste spontan mit der Tanzformation vermischten.

Dies war ein gelungener Abschluss eines abwechslungsreichen Programms, das mit einem gemütlichen Beisammensein unter Musik von „Coloured Ostrich“ bis in den frühen Abend fortgesetzt wurde. Dabei wurde auch eifrig in der neuesten Ausgabe von „Hilde“ geblättert, in der sich auch der Landrat als Interviewpartner wiederfand.

 

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